Faschingshochzeit aller Ortsvereine
Am 02. März 2003 gaben sich das Brautpaar Franziska die Keusche und Steffl der Windige in Aholfing das Ja-Wort.
Mitwirkende
| Bräutigam | Steffl der Windige, Odlgruamschepfa aus Jauchenzell | Stefanie Nebel |
| Braut | Franziska die Keusche, Hopferzupferin aus Kropfhausen | Stefan Scherer |
| Bräutigameltern | Fere Stingerbauer Katl Stingerbauer | Bettina Barth Karl Wagner |
| Brauteltern | Wastl Hopferbauer Rosina Hopferbauer | Birgit Schmerbeck Martin Nachtwey |
| Brautführer | Jackl Hinterdupfer | Thomas Nebel |
| Kranzljungfrau | Kreszenz Hobnoned | Dominik Gerischer |
| Näherin | Walburga Zwirn | Harald Nachtwey |
| Dorfpolizist | Isidor Langfingerfang | Andreas Rothmeier |
| Bürgermeister | Alois Schlauberger | Johann Rohrmüller |
Programm:
| 13.30 Uhr | Standkonzert beim Gasthaus Sagstetter |
| 14.00 Uhr | Abmarsch zum Abholen des Bräutigams |
| 14.30 Uhr | Abholen der Braut |
| 15.15 Uhr | Das Brautpaar und die Hochzeitsgäste ziehen zur Trauung zum Hügel der Ausscheidungen im Sagstetter-Hof |
| 15.30 Uhr | Trauung durch Bürgermeister Alois Schlauberger |
| ab 16.00 Uhr | Hochzeitsfeier mit Tanz und Einlagen im Gasthaus Sagstetter |
Schon einige Wochen vor dem "Hochzeitstermin" waren die Hochzeitslader im Dorf unterwegs, um die Gäste zu laden. Am Sonntagnachmittag war es soweit. Zur Unterhaltung spielte die Jungmusikkapelle "Hupf und Krach" (Sternschnuppen) auf. Dann riefen die Hochzeitslader zur Aufstellung auf und es ging ab zum Brautleuteabholen. Zuerst wurde der Hochzeita Steffl der Windige, Olgruamschöpfer aus Jauchenzell und dann die Braut Franziska die Keusche, Hopferzupferin aus Kropfhausen, mit Gefolge von der Musikkapelle abgeholt. Anschließend trafen sich die ganze Hochzeitsgesellschaft, die Dorfera und viele Zuschauer im Sagstetter-Hof. Bestaunt wurden nicht nur die Braut und der Hochzeita, sondern auch die Hochzeitsgäste, denn viele hatten eine Kleidung aus Großmutters und Großvaters Kleiderschrank gewählt.
Der Standesbeamte Bürgermeister Alois Schlauberger gab anschließend bekannt, dass vor dem außerordentlichen Standesamt beim "ehrwürdigen Haufen der Notdurft" der "windige und stinkende Jüngling Steffl Stingerbauer" und die "keusche Jungfrau Franziska Hopfabauer" zum Zwecke der Eheschließung erschienen sind. Er stellte an alle Anwesenden die Frage, ob jemand Einwendungen gegen den Ehebund habe, nahm das Schluchzen und Wehklagen etlicher Liebhaber der Brautleute wahr, besonders der Schmied musste vom Gendarm zurückgehalten werden. Mit einem Kräftigen "Ja" beantwortet der Hochzeita die Fragen des Standesbeamten, ob er die überaus lange und dürre Bohnenstangenbraut zum angetrauten Eheweib nehmen möchte und ebenso die Hochzeiterin, dass sie den neben ihr zitternden und schmachtenden Jüngling zum Mann nehmen wird. Probleme gab´s noch beim Küssen der Braut - der Bräutigam war schlicht zu klein! Mit Hilfe eines Stuhles war das Problem schnell gelö.
Nach der feierlichen Zeremonie wurde das frisch vermählte Brautpaar vom Gastwirt empfangen. Im brechend voll besetzten Sagstetter-Saal spielten die Sternschnuppen zünftig auf.
Nach dem Kaffee trat der Jungmänner- und Jungfrauenverein mit zünftigen Volkstänzen auf. Anschließend stand der Ehrentanz der Brautleute an. Danach waren die Eltern der Braut und des Bräutigams an der Reihe. Die Aholfinger Jungfrauen veranstalteten eine Wallfahrt, um ihrem keuschen Leben ein Ende zu machen. "Heiliger Sankt Schikanus, schau uns a mal oh, geh schick uns, geh schick uns doch endlich an Mo". Die Hüft- und Gehgeschädigten Jungfrauen wurden nicht erhört und müssen auch weiterhin in Keuschheit leben.
Mitten unter der Tanzrunde stürzte der Bürgermeister mit seinen Schafkopffreunden in den Saal und blockierte die Tanzfläche, da sonst auch nirgends im Wirtshaus Platz war. Um 18.30 Uhr gab es bei dieser Hungerleider-Hochzeit das Hochzeitsmahl, eine "Zage Sau" vom Stingerbauer. Anschließend störte der kräftige Schmied die Hochzeitsgesellschaft, um dem Bräutigam den Hintern zu versohlen und seine Jugendliebe wieder zurückzuholen. Erst durch das Eingreifen der gesamten Hochzeitsgesellschaft konnte der Schmied überwältigt und in einen Schweinekäfig gesperrt werden.
Für weitere Unterhaltung sorgten die Holzhackerbuam mit ihren Madln, das Bauernballett und viele weiter Einlagen und Sketche. Für große Begeisterung sorgte das Bimmeln der Glocken von Rom. Kurz vor Mitternacht war dann die Überraschung perfekt, eine junge Frau stürmte die Hochzeitsfeier mit ihrem Kinderwagen und erzählte, was beim Kirta vor einem Jahr passiert und wie blöd sie doch gewesen sei. Der Steffl "muaß sie druckt hom", mehr verriet sie nicht. Der Skandal aber war perfekt, die Braut wollte mit ihrem "jungfräulichem" Bräutigam nichts mehr zu tun haben.
Bilder:
Faschingshochzeit 2003 4 von 30
Aholen der Braut samt Eltern, Brautführer, Kranzljungfrau und Näherin
Faschingshochzeit 2003 5 von 30
Hühner und Hasen beim Umzug zur Trauung zum Hügel der Ausscheidungen





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